Die Geschichte des INDOOR MEETINGs Karlsruhe auf einen Blick

INDOOR MEETING Karlsruhe am 31. Januar 2020

Eine gerade erstmal 18-jährige Athletin ist es, welche die rund 5.000 Besucherinnen und Besucher bei der 36. Auflage des INDOOR MEETINGs in ihren Bann zieht. Namentlich Yaroslava Mahuchikh aus der Ukraine, die sich in absoluter Topform präsentiert und mit ihren übersprungenen 2,02 Meter im Hochsprung der Frauen zu neuem U20-Weltrekord springt. Dass ihr Erfolg in Karlsruhe an diesem Tag kein Zufall ist, wird auch beim Blick auf die Gesamtergebnisse der World Athletics Indoor Tour deutlich. Dort entscheidet sie den Hochsprung der Frauen für sich. Auch Martin Wacker, Meeting-Direktor und Geschäftsführer der ausrichtenden Karlsruhe Marketing und Event GmbH, zeigt sich von den Leistungen der Athletinnen und Athleten begeistert: „Wir haben wieder ein fantastisches INDOOR MEETING Karlsruhe erlebt. Spitzensport in Karlsruhe mit dieser internationalen Strahlkraft. Die Bilder aus Karlsruhe waren zwei Stunden live in über 100 Ländern zu sehen. Das ist Standortmarketing vom Feinsten.“ Zudem wird das INDOOR MEETING in diesem Jahr Teil der „Hall of Fame“ der internationalen Leichtathletik. Mit dieser Auszeichnung wurde das INDOOR MEETING für seine herausragenden Beiträge zur weltweiten Entwicklung der Leichtathletik geehrt.

INDOOR MEETING Karlsruhe am 3. Februar 2018

Nur zwei Sekunden fehlen am Ende, dass die Äthiopierin Genzebe Dibaba mit ihrer Zeit von 3:57,45 Minuten ihrem Weltrekord, den sie 2014 in der Karlsruher Europahalle aufgestellt hat, einstellt. Dieser Lauf ist jedoch nicht der einzige Höhepunkt. Nicht weniger spektakulär ist der Finallauf des Chinesen Su Bingtian. Er läuft über die 60 Meter der Männer in rasanten 6,47 Sekunden zu neuem Asienrekord. Gerade der Asienrekord von Su Bingtian lässt die Bewegtbildverbreitung auf dem chinesischen Milliarden-Markt in die Höhe schnellen. Zahlreiche Nachrichtensendungen widmeten sich seinem Rekordlauf – wohl wissend, dass hier beim INDOOR MEETING Karlsruhe ein zukünftiger Superstar eine gewaltige Duftmarke gesetzt hat. Ähnliches lässt sich im nordafrikanischen Raum beobachten: Genzebe Dibaba auf allen Kanälen. Für über 100 Millionen Äthiopier ist ihr Lauf mit der zweitschnellsten jemals erreichten Zeit in den heimischen Medien omnipräsent.

INDOOR MEETING Karlsruhe am 6. Februar 2016

Große Ehre für das INDOOR MEETING. Gemeinsam mit den Meetings in Boston (USA), Stockholm (Schweden) sowie Glasgow (Großbritannien) gehört das Meeting zu den Gründungsmitgliedern der IAAF World Indoor Tour. Alles ist angerichtet: Eine Top-Arena, eine Top-Leichtathletik-Bahn, ein mit 4.600 Besucherinnen und Besuchern restlos ausverkauftes Haus – fehlen also nur noch die Top-Leistungen der Athleten. Und diese lassen auch nicht lange auf sich warten. Allen voran Renaud Lavillenie im Stabhochsprung drückt dem INDOOR MEETING mit seinem neuen Meeting-Rekord von 5,91 Meter seinen Stempel auf. Nicht weniger erfolgreich zeigen sich die Sprint-Stars Dafne Schippers und Mike Rodgers, die über die 60 Meter siegreich sind.

„INDOOR MEETING –Weltklasse in Karlsruhe“ am 1. Februar 2014

Vielen heute noch in Erinnerung ist das Meeting aus dem Jahr 2014. Die Äthiopierin Genzebe Dibaba setzt diesem mit ihrem Weltrekordlauf über die 1.500 Meter der Frauen die Krone auf. 3:55,17 Minute zeigt die Anzeigetafel in der Europahalle an. Die Halle steht Kopf. Keiner kann zu diesem Zeitpunkt wissen, dass es für lange Zeit das letzte Meeting in der Karlsruher Europahalle sein wird.

IHM am 12. Februar 2012

In einer Fabelzeit von 7:29,94 Minuten stürmen Augustine Kiprono Choge und Edwin Soi gemeinsam über die Ziellinie und sind damit das absolute Highlight. Die 4.500 Zuschauerinnen und Zuschauer in der ausverkauften Europahalle sind zunächst ratlos. Mit der doppelten Weltjahresbestleistung haben beide Athleten am Ende eines packenden Runs auf der Kultstrecke exakt die gleiche Zeit stehen. Erst das Zielfoto sorgt für Aufklärung und zeigt Choge hauchdünn vorn. Auch die Äthiopierin Genzebe Dibaba läuft die 1.500 Meter der Frauen in Weltjahresbestzeit. Mit 4:00,13 Minuten unterbietet sie gleichzeitig den Meetingrekord von Kutre Dulecha aus dem Jahr 2004. Den zweiten Meetingrekord des Tages läuft die Marokkanerin Mariem Alaoui Selsouli mit 8:36,87 Minuten über 3.000 Meter

BW-Bank-Meeting am 31. Januar 2010

Ariane Friedrich kann ihren Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen. Vor 4.400 begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern in der Karlsruher Europahalle überspringt sie 2,00 Meter um dann den Wettbewerb wegen Rückenschmerzen zu beenden. Ein Highlight setzt zudem Laverne Jones-Ferrette von den US-Jungferninseln: Mit 7,09 Sekunden auf 60 Meter verbessert sie im ersten Lauf des Tages ihren eigenen, zwei Wochen alten Landesrekord um fünf Hundertstel. Wenig später lässt sie im Finale eine 7,11 folgen und gewann souverän.

BW-Bank-Meeting am 10. Februar 2008

Ein Weltrekord zum Abschied von Gründungsvater und Meetingdirektor Siegfried König. Susanna Kallur knackt mit 7,68 Sekunden über 60 Meter Hürden den Uralt-Rekord von Ludmilla Engquist aus dem Jahr 1990. Die Europahalle steht Kopf. König, der nach 24. Jahren als Meetingdirektor zurücktritt, übergibt an seinen Nachfolger Alain Blondel.

BW-Bank-Meeting am 29. Januar 2006

Mit neuem Namen geht das Hallenmeeting 2006 an den Start. Mit 4,70 Metern stellt die Polin Anna Rogowska im Stabhochsprung einen neuen Meetingrekord auf. Hervorragend auch die Leistungen über die „Karlsruher Kultstrecke“ 3.000 Meter: Der Kenianer Eliud Kipchoge läuft mit 7:33,07 Minuten Weltjahresbestzeit.

LBBW-Meeting am 15. Februar 2004

Dieses Meeting ist das weltbeste gemäß der IAAF-Rangliste. Eine Fülle von Weltklasseleistungen sorgt für glänzende Stimmung bei den Zuschauerinnen und Zuschauern in der wieder ausverkauften Halle. Jason Gardener egalisiert seinen 60 Meter-Europarekord (6,46 Sekunden). Auch der vielfache Weltmeister, Weltrekordler und Olympiasieger Haile Gebreselassie kann durch einen 3.000 Meter-Sieg (7:29,34 Minuten) hervorstechen – die sechsschnellsten 3.000 Meter unter dem Hallendach. Ein Afrikarekord gelingt im 1.500 Meter-Lauf Kutre Dulecha, Blanca Vlasic kann mit 1,99 Metern den Hochsprung für sich entscheiden.

LBBW-Meeting am 25. Januar 2002

Zum ersten Mal seit langem ist das Meeting nicht ausverkauft. Jedoch gibt es einige Erfolge auf den Mittelstrecken. Juri Borzakowsky gewinnt die 1.000 Meter in 2:18,78 Minuten, über 3.000 Meter setzt sich Alberto Garcia mit 7:38,57 Minuten durch. Auch Colin Jackson kann sich – neun Jahre nach seinem ersten Meeting-Erfolg – über die 60 Meter Hürden wieder in die Siegerliste eintragen. Tim Lobinger schwingt sich über 5,70 Meter. Einen Doppelsieg feiert die US-Sprinterin Kelli White mit 7,14 Sekunden über 60 Meter und 23,22 Sekunden über 200 Meter.

IHM am 29. Januar 2000

Sprintlady Merlene Ottey war angesagt – verzichtet aber wegen Dopingverdachts auf ihren Start. Auf der für die Halle speziell angelegten Weitsprunganlage überrascht die Schwedin Erica Johannson mit einem Sprung von 6,79 Meter die Konkurrenz, darunter auch Heike Drechsler. Das bisher teuerste Meeting kommt in der IAAF-Rangliste auf den zweiten Platz.

IHM am 25. Januar 1998

In diesem Jahr macht Haile Gebreselassie sein Versprechen wahrt. In fabelhaften 7:26,14 Minuten läuft der Äthiopier Weltrekord über die 3.000 Meter und verwandelt die ausverkaufte Europahalle in ein Tollhaus. Beim Stabhochsprung der Frauen brillieren gleich zwei Springerinnen mit Europarekordhöhe: Anschela Balachonowa aus der Ukraine und Eszter Szemeredy aus Ungarn. Bei den Herren stellt Michael Stolle den Meetingrekord von Sergey Bubka, 5,80 Meter ein. Alles in allem ist das Leichtathletik-Meeting in der Weltspitze angekommen. 1998 rangiert es zum ersten Mal unter den Top-Five der IAAF.

IHM am 11. Februar 1996

Weltklasseleistungen sorgen für Super-Stimmung in der Hale. Hürdenläufer Alle Johnson egalisierte die Jahresweltbestzeit im 60 Meter-Hürdenlauf. Auf die anderen Sprintzeiten sind herausragend: Hallen-Weltmeister Bruny Surin 6,50 Sekunden über 60 Meter, Irina Priwalowa 7,04 Sekunden über die 60 Meter und Juliet Cuthbert mit 22,71 Sekunden über die 200 Meter. Dieter Baumann schafft diesmal zwar keinen Rekord, begeistert jedoch trotzdem mit seinem Lauf und siegt in 7:46,29 Minuten.

IHM am 1. März 1994

Bis dato bestes Meeting! Sportliche Highlights am Stück. Ein Glanzlicht setzt Sprintweltmeister Linford Christie. In der Nacht zuvor noch als Ersatz für den verletzten Colin Jackson eingeflogen, schläft er im Hotel bis in den Mittag und läuft dann über die 60 Meter Europarekord in 6,48 Sekunden. Bruny Surin ist Christie dabei dicht auf den Fersen – 6,50 Sekunden. Olympiasieger Paul Ereng entscheidet das Rennen über die 800 Meter im Spurt gegen den deutschen Weltklasseläufer Nico Motchebon für sich. Heike Drechsler springt eine Weltklasseweite von 7,06 Meter. Nicole Rieger und Sun Caiyun (China) liefern dem Publikum Spannung pur beim Stabhochsprung, als sie beide die Weltrekordhöhe von 4,08 Meter überspringen. Der Chinesin wurde wegen der Einnahme unerlaubter Mittel die Leistung aberkannt.

IHM am 31. Januar 1992

Heike Henkel sorgt mit ihrem 2,04 Meter-Sprung für den Höhepunkt des Tages und für deutschen Rekord. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass Henkel keine zwei Wochen später bei den Deutschen Meisterschaften in der Europahalle 2,07 Meter überspringt und damit einen neuen Weltrekord aufstellt, der erst im Jahr 2006 überboten werden konnte. Eine Premiere erlebt der Frauenstabhochsprung. Nicole Rieger stellt dabei gleich eine Weltbestleistung mit 3,80 Meter auf.

IHM am 11. Februar 1990

Es geht weiter – und aufwärts. Die Zuschauerzahl wird im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Einer der Gründe dafür: Erstmals treten Athletinnen und Athleten der ehemaligen DDR in der Europahalle an. Bis es soweit ist, hatten die Organisatoren einige schlaflose Nächte. Larry Myricks jubelt über seinen vierten Weitsprungsieg (8,06 Meter) knapp vor Europarekordler Robert Emmijan (8,05 Meter). Florian Schwarthoff bekommt viel Beifall für seinen deutschen Hürdenrekord (7,59 Sekunden).

HM am 7. Februar 1988

Meeting zum ersten Mal ausverkauft! Der Grund für die 5.000 Zuschauerinnen und Zuschauer ist der kanadische Sprintweltmeister Ben Johnson. Dieser kann aber wegen Verletzung leider nicht starten und belässt es deshalb beim Autogramme schreiben. Myricks verbessert sich gegenüber dem Vorjahr um 25 Zentimeter auf 8,38 Meter – das ist noch heute der Meetingrekord. Die Niederländerin Nellie Cooman verfehlt um eine Winzigkeit von 0,07 Sekunden den 60 Meter-Hallenweltrekord.

IHM am 31. Januar 1986

Weltbestzeit! Erwin Skamrahl sorgt über die 300 Meter für ein erstes internationales Ausrufezeichen des Internationalen Hallenleichtathletik Meetings. Dazu kommen noch deutsche Bestzeiten von Ulrike Denk über 60 Meter Hürden und von Jussi Udelhofen über 600 Meter.

Quelle Fotos: Andreas Arndt, Hannecke, GES, ALGEFO