Disziplinen 2021

Disziplinen Frauen

60 Meter

im Rahmen der World Athletics Indoor Tour

Die magischen sieben Sekunden

Von 1985 bis 2006 gehörten die 60 Meter zum festen Programm beim INDOOR MEETING KARLSRUHE. In dieser Zeit gaben sich so ziemlich alle die Ehre, deren schnelle Beine für schnelle Zeiten sorgten. Sei es nun Merlene Ottey oder Irina Privalova, die beide am 14. Februar 1992 in Madrid als erste Frauen auf der Welt unter sieben Sekunden liefen. Beide gehörten auch zu den Siegerinnen beim INDOOR MEETING. Ottey gewann 1995 und Privalova, die zwischenzeitlich den noch heute gültigen Weltrekord auf 6,92 Sekunden verbessert hatte, siegte 1996. Ihre damals erzielten 7,04 Sekunden sind nach wie vor Meeting-Rekord.
Ab 2010 mischte mit Verena Sailer auch eine deutsche Athletin wieder mit. Die 100-Meter-Europameisterin von 2010 in Barcelona musste sich beim Meeting 2013 der Bulgarin Ivet Lalova nur im Fotofinish geschlagen geben. Beide liefen zeitgleich in 7,19 Sekunden ins Ziel. 2014 konnte sie dann erstmals das INDOOR MEETING gewinnen. Mittlerweile ist Verena Sailer nicht mehr am Start, sie beendete ihre Karriere 2015. Drei Auflagen INDOOR MEETING dauerte es indes bis 2018 wieder eine deutsche Athletin triumphierte. Nach Dina Asher Smith aus Großbritanien (2015 in 7,12 Sekunden), Dafne Schippers aus den Niederlanden (2016 in 7,08 Sekunden) und der Jamaikanerin Gayan Evans (2017 in 7,14 Sekunden) war es 2018 Tatjana Pinto, die sich in 7,10 Sekunden den Sieg sicherte. Der Startschuss für ein tolles Jahr. Neben ihrem Sieg beim INDOOR MEETING sicherte sie sich damals auch den Deutschen Hallenmeistertitel über die 60 und 200 Meter sowie die Bronzemedaille mit der 4 Mal 100 Meter-Staffel bei den Europameisterschaften in Berlin. In der gleichen Zeit (7,10 Sekunden) gewann 2019 Ewa Swoboda den Frauensprint und zeigte da schon zu Jahresbeginn, dass ihr ein erfolgreiches Jahr bevorstehen würde. Dies bestätigte die Polin bei den Halleneuropameisterschaften in Glasgow, als sie sich Gold sicherte. Bei der letzten Auflage des Hürdensprints der Frauen im vergangenen Jahr ging der Sieg an die US-Amerikanerin Shania Collins, die sich am Ende in 7,20 Sekunden gegen die Schweizerin Ajla del Ponte durchsetzte (7,27 Sekunden).

3.000 Meter

im Rahmen der World Athletics Indoor Tour

Fast neu, aber schon Kult

Es ist die längste Stecke beim INDOOR MEETING Karlsruhe: die 3000 Meter der Frauen. Erst seit 2010 gehört dieser Wettbewerb zum Meeting-Programm, sorgte aber schon bei seiner Premiere für große Begeisterung beim leichtathletikverrückten Karlsruher Publikum, das zu der langen Strecke schon seit jeher eine besondere Beziehung pflegt. Sicher hat das mit den unvergessenen Läufen eines Haile Gebrselassie bei den Männern zu tun, aber was die Frauen seit ihrem ersten Auftritt im Jahre 2010 den Zuschauern bieten, stand dem kaum nach. Seither gehören die 3.000 Meter beim INDOOR MEETING Karlsruhe zu den Stimmungsmachern im Programm. Letztmals wurden die 3.000 Meter bei den Frauen im Jahr 2017 gelaufen. Bei 8:26,41 Minuten blieb damals die Uhr beim Überqueren der Ziellinie stehen, was Europa- und Meeting-Rekord bedeutete. Gelaufen wurde diese klasse Zeit die amtierende Europameisterin über die 1.500 Meter, Laura Muir. Ein ebenso spannendes Rennen lieferten sich im vergangenen Jahr Fantu Worku aus Äthiopien sowie die Kenianerin Quailyne Jebiwott Kiprop. Am Ende war es die Äthiopierin Fantu Worku, die sich in einer Zeit von 8:37,58 Minuten den Sieg über die 15 Runden sicherte.

Kugelstoßen

im Rahmen der World Athletics Indoor Tour

Die starken Frauen kommen

Mit dem Kugelstoßen der Frauen hält 2021 eine Disziplin Einzug, die bislang erst einmal - nämlich 2017 - im Meeting-Programm zu finden war. Das Kugelstoßen der Frauen gehört in Deutschland wie auch international erfolgreichsten Disziplinen. In den letzten Jahren waren es Namen wie Astrid Kumbernuss, die 1996 in Atlanta olympisches Gold gewann und insgesamt drei Mal Weltmeisterin war. Oder aber Nadine Kleinert, die bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften insgesamt vier Silber- und zwei Bronzemedaillen verbuchen konnte. Zuletzt sorgte Christina Schwanitz für Aufruhr, die 2015 mit einem Stoß von 20,37 Meter den Weltmeistertitel holte und danach auch zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gewählt wurde. In der Welt beherrschte in den letzten Jahren bis zu ihrer Verletzung Valerie Adams das Kugelstoßen. Die Neuseeländerin ist die einzige Athletin, die das Wurfgerät über 21 Meter wuchtete, nachdem die Zeit der fragwürdigen Rekordstöße aus den Achtziger Jahren vorbei war. Bei den Olympischen Spielen in Rio triumphierten allerdings weder Adams noch Schwanitz. Gold ging an die US-Amerikanerin Michelle Carter vor Valerie Adams, die nach ihrer Verletzungspause immerhin noch Silber gewann. Für Christina Schwanitz, die ebenfalls verletzungsbedingt fast die gesamte Saison fehlte, blieb in Rio nur Platz sechs. Zuletzt sorgte sie mit ihrem Stoß auf 19,19 Meter bei der EM im eigenen Land 2018 und damit Silber für Aufruhr.

Dreisprung

im Rahmen der World Athletics Indoor Tour

"Hop, Step, Jump"

Technisch gehört der Dreisprung vermutlich zu den anspruchsvollsten Disziplinen in der Leichtathletik, denn das „Hop“, „Step“ und „Jump“ perfekt hinzubekommen, ist alles andere als einfach. Gelingt dies aber, dann fliegen die besten Athleten bei den Frauen über 15 Meter. Zu Beginn der Jahrtausendwende (2000 bis 2006) gehörte der Frauen-Dreisprung zum festen Repertoire des INDOOR MEETING. Erste Siegerin war die Russin Tatyana Lebedeva, die seit 2004 den in Budapest aufgestellten Hallenweltrekord (15,36 Meter) ihr Eigen nennen darf. Bei der letzten Auflage 2019 war es die Spanierin Ana Peleteiro, die sich mit 14,51 Meter den Sieg vor dwr Olympia-Zweiten von 2016 und Weltmeisterin 2017 und 2019, Yulimar Rojas aus Venezuela, sicherte.

1.500 Meter

Zusatzdisziplin

Von Szabo zu Dibaba

Die Namen der Frauen, die beim INDOOR MEETING KARLSRUHE bislang über die siebeneinhalb Stadionrunden am Ende die Nase vorn hatten, gehören mit zum Besten, was die Leichtathletik auf dieser Mittelstrecke in den fast 35 Jahren INDOOR MEETING in Karlsruhe zu bieten hatte und zu bieten hat. Eine der ganz Großen, die in der Europahalle zu Gast war und sich am Ende als Siegerin feiern lassen durfte, war beispielsweise die Rumänin Gabriela Szabo (1997). Insbesondere bei den Olympischen Spielen war Szabo erfolgreich.
Auch Theresia Kiesl aus Österreich (1996) und die ebenfalls aus Rumänien stammende Violeta Szekely (1999) konnten sich schon in die Siegerliste des Meetings eintragen. Dreimal konnte gar die Polin Lidia Chojecka siegen.
In den letzten Jahren bestimmten die Äthiopierinnen das Geschehen über die 1500 Meter. Gelete Burka (2010) und Genzebe Dibaba (2012 und 2013) waren nahe dran, den Meetingrekord unter die vier Minuten zu drücken und so war sich beim INDOOR MEETING 2014 Sportdirektor Alain Blondel auch sicher, dass diesmal der Meetingrekord fallen würde. Und er sollte Recht behalten: In 3:55,17 Minuten pulverisierte Genzebe Dibaba nicht nur den Meetingrekord sondern unterbot auch den Weltrekord von Elena Soboleva um mehr als drei Sekunden. Nur knapp am Meeitng-Rekord schrammte besagte Genzebe Dibaba bei der letzten Auflage der 1.500 Meter der Frauen am 3. Februar 2018 vorbei. In einer Zeit von 3:57,45 Minuten sicherte sich die Äthiopierin damals den Tagessieg und verwies damit Deutschlands Laufwunder Konstanze Klosterhalfen (4:04,00 Minuten) auf den zweiten Platz. Im vergangenen Jahr - der bislang letzten Auflage der 1.500 Meter der Frauen - gewann Axumawit Embaye in 4:07,94 Minuten und damit ebenfalls eine Athletin aus Äthiopien.

60 Meter Hürden

Zusatzdisziplin

Startnummer 768 

Als Sportdirektor Alain Blondel beim INDOOR MEETING am 10. Februar 2008 die Startnummern an die Athletinnen und Athleten verteilte, überreichte er Susanna Kallur die Nummer 768 – eine symbolträchtige Nummer. 7,68 (Sekunden) – das hätte Weltrekord bedeutet, der seit 18 Jahren im Besitz von Kallurs Landsfrau Ludmila Engquist war, die 1990 damals noch für die Sowjetunion laufend 7,69 Sekunden in Scheljabinsk erzielt hatte. Als Kallur ins Ziel stürmte, leuchteten auf der Anzeigentafel tatsächlich die Zahlen auf: 7 Sekunden, 6 Zehntel und 8 Hundertstel. Weltrekord! Kallur war aus dem Häuschen, Blondel war glücklich, das Publikum flippte aus und feierte die damals 26-Jährige voller Begeisterung. Der Weltrekord kam nicht ganz überraschend. Seit zehn Rennen war die Schwedin in der Halle ungeschlagen und schrammte schon eine Woche zuvor nur haarscharf an Engquists Bestmarke vorbei. Doch nicht nur Kallur war bei diesem Rennen in Topform. Im Sog der überragenden Schwedin liefen sämtliche Läuferinnen im Finale neue persönliche Bestleistungen und sorgten somit für eines der schnellsten Hürdenrennen unterm Hallendach. Auch heute hat dieser Hallenweltrekord noch Bestand und gelaufen wurde er beim INDOOR MEETING - in der Europahalle. Bei der letzten Auflage des Hürdensprints der Frauen im vergangenen Jahr ging der Sieg an die Nigerianerin Tobi Amusan, die sich am Ende in 7,84 Sekunden gegen die US-Amerikanerin Christina Clemons durchsetzte (7,98 Sekunden).

60 M Rekorde

WELTREKORD
Irina Privalova - 00:06,92 - RUS
11.02.1993, Madrid
 
EUROPAREKORD
Irina Privalova - 00:06,92 - RUS
11.02.1993, Madrid
 
MEETINGREKORD
Irina Privalova - 00:07,04 - RUS
11.02.1996, Karlsruhe

3000 M Rekorde

WELTREKORD
Genzebe Dibaba - 08:16,60 - ETH
06.02.2014, Stockholm
 
EUROPAREKORD
Laura Muir - 08:26,41 - GBR
04.02.2017, Karlsruhe
 
MEETINGREKORD
Laura Muir - 08:26,41 - GBR
04.02.2017, Karlsruhe

Kugelstoßen Rekorde

WELTREKORD
Helena Fibingerova - 22.50 - CSSR
19.02.1977, Jablonec
 
EUROPAREKORD
Helena Fibingerova - 22.50 - CSSR
19.02.1977, Jablonec
 
MEETINGREKORD
Christina Schwanitz - 18.41 - GER
04.02.2017, Karlsruhe

Dreisprung Rekorde

WELTREKORD
Tatjana Lebedjewa - 15,36 - RUS
06.03.2004, Budapest
 
EUROPAREKORD
Tatjana Lebedjewa - 15,36 - RUS
06.03.2004, Budapest
 
MEETINGREKORD
Yamile Aldama - 14,88 - SDN
28.02.2003, Karlsruhe

1500 M Rekorde

WELTREKORD
Genzebe Dibaba - 03:55,17 - ETH
01.02.2014 Karlsruhe
 
EUROPAREKORD
Abeba Aregawi - 3:57,91 - SWE
06.02.2014, Stockholm
 
MEETINGREKORD
Genzebe Dibaba - 03:55,17 - ETH
01.02.2014, Karlsruhe

60 M Hürden Rekorde

WELTREKORD
Susanna Kallur - 00:07,68 - SWE
10.02.2008, Karlsruhe

EUROPAREKORD
Susanna Kallur - 00:07,68 - SWE
10.02.2008, Karlsruhe

MEETINGREKORD
Susanna Kallur - 00:07,68 - SWE
10.02.2008, Karlsruhe

Disziplinen Männer

60 Meter Hürden

im Rahmen der World Athletics Indoor Tour

Der erste Sieger war ein Zehnkämpfer 

Im zweiten Jahr des INDOOR MEETINGs standen 1986 die 60 Meter Hürden der Männer zu ersten Mal auf dem Programm und der erste Sieger in dieser Disziplin war kein Spezialist, sondern ein Zehnkämpfer aus Deutschland. Guido Kretschmar gewann seinerzeit in 7,91 Sekunden. Ganz so überraschend kam der Sieg des Mannes aus Großheubach allerdings nicht, waren die Hürden doch eine der Schokoladendisziplinen des Olympiazweiten im Zehnkampf von 1976 in Montreal. In seinen Jugendjahren war Kretschmar sogar mehrmals deutscher Meister – auch über die Hürden. Der der Boykott der Olympischen Spiele von 1980 in Moskau brachte ihn vermutlich um einen Olympiasieg, stellte er doch in diesem Jahr einen Weltrekord im Zehnkampf auf.Auf der kurzen Hürdenstrecke dominierten in den weiteren Jahren allerdings die Spezialisten. Allen voran Colin Jackson. Der Waliser, der zwei WM-Titel im Freien, einen Titel in der Halle und eine Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul gewann, vier Mal in Folge Freilufteuropameister wurde und in der Halle bei den Europameisterschaften 1994 in Paris das historische Double schaffte, als er sowohl über 60 Meter flach als auch über die Hürden den Titel holte. Zudem hält er auf dieser Strecke immer noch den Weltrekord in 7,30 Sekunden. Jackson, der sich gleich dreimal als Meetingsieger feiern lassen durfte, prägte den Hürdensprint in der Europahalle wie auch die Olympiasieger Liu Xiang (China), Dyron Robles (Kuba), Mark McKoy (Kanada) oder Allen Johnson (USA), die allesamt in Karlsruhe ihre Visitenkarte abgaben. Und Johnsons Meetingrekord von 7,38 Sekunden aus dem Jahr 1995 hielt bislang jedem Angriff stand. Auch der Brite Andrew Pozzi kam an diese Zeit nicht heran. Er gewann bei der letzten Auflage des Hürdensprints der Männer 2017 in 7,44 Sekunden.

 

400 Meter

im Rahmen der World Athletics Indoor Tour

Vollsprint über zwei Stadionrunden

Die 400 Meter ist die längste Sprintdisziplin, die es sowohl im Freien als auch unterm Hallendach gibt. Außerdem  ist der 400 Meter-Lauf die fünfte Disziplin des Zehnkampfes der Männer und wird auch als Staffelwettbewerb durchgeführt. Geben die Männer auf dieser Strecke ordentlich Gas, so absolvieren sie die Strecke in wahnsinnigen 43 Sekunden im Freien sowie in 45 Sekunden in der Halle. Der aktuelle Weltrekord in der Halle liegt bei 44,57 Sekunden und wurde im Jahr 2005 vom US-Amerikaner Kerron Clement gelaufen. Von 2012 bis 2019 mussten die INDOOR MEETING-Fans auf die 400 Meter der Männer verzichten. Sowohl 2012 als auch 2019 hieß der Gewinner gleich - nämlich Pavel Maslak aus Tschechien. 2019 siegte er über die zwei Stadionrunden in 46,78 Sekunden.

Weitsprung

im Rahmen der World Athletics Indoor Tour

Auf den Spuren des großen
Larry Myricks

Schon bei der Erstauflage des INDOOR MEETINGs im Jahre 1985 war der Weitsprung-Wettbewerb der Männer mit am Start. Gewonnen hat ihn damals der US-Amerikaner Larry Myricks. Er gehörte in den 70er-Jahren zu den weltbesten Weitspringern. Insgesamt konnte er das Meeting in Karlsruhe viermal gewinnen. Zudem hält Myricks mit einer Weite von 8,38 Meter auch noch den aktuellen Meeting-Rekord. In seinen Anfängen gehörte der Weitsprung-Wettbewerb schon standartmäßig zum Repertoire des INDOOR MEETINGs. In den späten 90ern wurde jedoch bei der Programmgestaltung der Fokus vermehrt auf den Dreisprung gelegt. Erst im Jahre 2010 nahm man den Weitsprung wieder mit ins Programm. Der letzte deutsche Sieger im Weitsprung war 2016 Lokalmatador Julian Howard. 2015 musste er beim Premierenjahr in der Messehalle dem Spanier Eusebio Caceres den Vortritt lassen. Ein Jahr später sprang der Athlet der LG Region Karlsruhe auf 8,03 Meter, was den Sieg bedeutete. Der Spanier Caceres war es, der hingegen im vergangenen Jahr den Weitsprung mit einem Satz auf 7,99 Meter für sich entschied.

800 Meter

Zusatzdisziplin

Eine niemehr dagewesene Zeit

Gut 15 Jahre ist es jetzt her, dass ein junger Athlet aus Russland die Leichtathletikwelt über die 800 Meter regelrecht auf den Kopf stellte, denn eine so unorthodoxe Art, diese Mittelstrecke in Angriff zu nehmen, wie es Yuriy Borzakovskiy tat, hatte man zuvor noch nicht erlebt. Die Besucher des INDOOR MEETINGs im Jahre 2001 trauten jedenfalls ihren Augen nicht, als der damals 19-Jährige in der Europahalle seinen Gegnern zwei Runden lang weit hinterhertrabte und scheinbar aussichtslos zurücklag, aber in den letzten beiden Runden den Turbo zündete, der sein Markenzeichen werden sollte. Borzakovskiy rollte das gesamte Feld von hinten komplett auf, lief seine Gegner in Grund und Boden und siegte in einer Zeit, die noch nie zuvor beim Meeting gelaufen wurde und auch später nie mehr erreicht werden sollte. 1:44,15 Minuten zeigte die Uhr, als der junge Russe durchs Ziel stürmte. Das war Meetingrekord - der bis heute anhält - und sozusagen die internationale Geburtsstunde eines Superstars über die Mittelstrecke, der sich 2004 in Athen auch als Olympiasieger feiern lassen durfte. Beim INDOOR MEETING Karlsruhe am 2. Feburar 2018 gehörten die 800 Meter der Männer zur Hallenleichtathletik-Serie IAAF World Indoor Tour. Zum Auftakt der Tour siegte in Karlsruhe der Pole Marcin Lewandowski in 1:46,90 Minuten. 2019 siegte der Schwede Andreas Kramer, jedoch außerhalb des World Indoor Tour-Modus, in einer Zeit von 1:46, 52 Minuten vor dem US-Amerikaner Erik Sowinski (1:46,69 Minuten). Und bei der letzten Auflage über die vier Stadionrunden sicherte sich der Marokaner Mostafa Smaili den Sieg (1:46,38 Minuten).

3.000 Meter

Zusatzdisziplin

Hailes Welt

„Über 5.500 Menschen trampeln und schreien, was die Lungen hergeben, dumpf dröhnen die Trommeln in einem Rhythmus, bei dem jeder mit muss, eine frische Brise strömt von draußen durch das geöffnete Dach und es ist nicht Sommer und wir sind auch nicht in Rio beim Karneval. Es ist Januar, draußen ist es kalt und es gehört schon einige Fantasie dazu, will man jemandem, der zufällig in die Stadt kommt, erklären, warum man deshalb das Dach einer Halle öffnen muss. Versuchen zu erklären, warum die 5.500, die sich darin befinden, einen solch infernalischen Lärm verursachen, sollte man schon gleich gar nicht, aber vielleicht sollte man es mit einem Namen probieren. Etwas zungenbrecherisch zugegeben, aber zumindest denen geläufig, die der Leichtathletik verbunden sind und noch mehr denen, die wissen, dass der Allergrößte ein kleiner Mann aus Äthiopien ist, der auf den Namen Haile Gebrselassie hört.“ Mit diesen Zeilen beginnt ein Text, der am 17. Januar 1999 im SONNTAG erschien und auf das Topereignis beim damals 15. INDOOR MEETING KARLSRUHE hinwies. Die 3000 Meter mit der äthiopischen Lauflegende Haile Gebrselassie, der diese Strecke in der Europahalle insgesamt fünfmal gewann (1997,1998, 1999, 2003 und 2004) und dabei einmal Weltrekord lief. Natürlich ist die 98er Zeit von 7:26,15 Minuten des zweimalige Olympiasiegers über 10.000 Meter nach wie vor Meetingrekord und die 3000 Meter eine Kultstrecke, denn auch Dieter Baumann, der diese Strecke zweimal gewann, lief hier 1995 beim Meeting Europarekord in 7:37,51 Minuten. Eine Zeit, die nach wie vor deutscher Hallenrekord ist. Bei jeder Auflage der 3000 Meter ist die Stimmung in Karlsruhe ungebrochen hoch. So auch in der neuen Arena, wo die Mittelstreckendisziplin 2015, 2016, 2018 und 2020 aufgelegt wurde. Letztes Jahr entschied der Kenianer Bethwell Birgen in einer Zeit von 7:38,50 Minuten das Rennen für sich.

Stabhochsprung

Zusatzdisziplin

In Lobingers Wohnzimmer

Wenn einer sieben Mal bei derselben Veranstaltung gewonnen hat, darf er diesen Ort des Geschehens durchaus als sein „Wohnzimmer“ bezeichnen. Tim Lobinger hat das Kunststück fertig gebracht, in einem Zeitraum von elf Jahren sieben Mal den Stabhochsprung-Wettbewerb in der Europahalle zu gewinnen. Am 14. Februar 1997 stand er zum ersten Mal ganz oben auf dem Podest. Sein letzter Meeting-Sieg datiert vom 10. Februar 2008. Dazwischen lagen Erfolge in den Jahren 1999, 2001, 2002, 2004 und 2005. Eines allerdings war ihm vergönnt: Der Meetingrekord blieb für den Mann, der 1997 als erster deutscher Stabhochspringer die magische Sechs-Meter-Marke im Freien überflog, unerreichbar. Den hielt viele Jahre lang Sergej Bubka mit 5,80 Metern, die er bei seinem Sieg 1991 übersprang. Ein Rekord, der von Michael Stolle 1998 eingestellt wurde, aber der erst 2013 vom französischen Olympiasieger der Spiele von London, Renaud Lavillenie mit 5,83 Meter überboten werden konnte. Doch 2015 (5,86 Meter) und 2016 mit übersprungenen 5,91 Meter egalisierte Lavillenie seinen 2013 eigens aufgestellten Meetingrekord. Damals setze er sich gegen den Canadier Shawnacy Barber sowie Raphael Holzdeppe durch. Mr. Stabhochsprung war es auch, der dem letzten Stabhochsprung-Wettbewerb beim INDOOR MEETING Karlsruhe gewann. Im vergangenen Jahr entschied er mit 5,70 Meter das Bruderduell gegen Valentin Lavillenie.

60 M Hürden Rekorde

WELTREKORD
Colin Jackson - 00:07,30 - GBR
06.03.1994, Sindelfingen
 
EUROPAREKORD
Colin Jackson - 00:07,30 - GBR
06.03.1994, Sindelfingen

MEETINGREKORD
Allen Johnson - 00:07,38 - USA
12.02.1995, Karlsruhe

400 M Rekorde

WELTREKORD
Kerron Clement - 44:57 - USA
13.03.2005, Fayetteville

EUROPAREKORD
Thomas Schönlebe - 45,05 - DDR
05.02.1988, Sindelfingen

MEETINGREKORD
Thomas Schönlebe - 46,11 - DDR
11.02.1990, Karlsruhe

Weitsprung Rekorde

WELTREKORD
Carl Lewis - 8,79 - USA
27.01.1984, New York

EUROPAREKORD
Sebastian Bayer - 8,71 - GER
08.03.2009, Turin

MEETINGREKORD
Larry Myricks - 8,38 - USA
07.02.1988, Karlsruhe

800 M Rekorde

WELTREKORD
Wilson Kipketer - 01:42,67 - DEN
09.03.1997, Paris

EUROPAREKORD
Wilson Kipketer - 01:42,67 - DEN
09.03.1997, Paris

MEETINGREKORD
Yuriy Borzakovskiy - 01:44,15 - RUS
27.01.2001, Karlsruhe

3000 M Rekorde

WELTREKORD
Daniel Komen - 07:24,90 - KEN
06.02.1998, Budapest

EUROPAREKORD
Sergio Sánchez - 07:32,41 - ESP
13.02.2010, Valencia

MEETINGREKORD
Haile Gebreselassie - 07:26,15 - ETH
25.01.1998, Karlsruhe

Stabhochsprung Rekorde

WELTREKORD
Armand Duplantis - 6.18 - SWE
15.02.2020, Glasgow

EUROPAREKORD
Armand Duplantis - 6.18 - SWE
15.02.2020, Glasgow

MEETINGREKORD
Renaud Lavillenie - 5.91 - FRA
06.02.2016, Karlsruhe